Infos zum Strassenverkehr, Fahrzeug und Lenker: ASTRA NEWS

  • Seit 1. Januar 2005 gelten nun die neuen Regeln bzl. Alkohol und Drogenakzeptanz während dem Fahren von Motorfahrzeugen und Motorräder. Seit 1.1.05 gilt als fahrunfähig, wer mehr als 0,5 Gewichtspromille Alkohol im Blut hat. Fahrer mit 0,8 Promille oder mehr sind, neu qualifiziert, angetrunken. Neu ist auch: Die Polizei kann jederzeit und überall kontrollieren. Für einen Blastest braucht sie keine Verdachtsmomente mehr. Wer mit 0,5 bis 0,79 Promille erwischt wird, erhält eine Busse und eine Verwarnung, beim zweiten Mal wir der Ausweis entzogen. Wer aber 0,8 Promille bläst, gibt den Ausweis für mindestens drei Monate ab und bezahlt eine Busse, selbst wenn es das erste Mal ist. Bei Wiederholungstätern wird die Schraube angezogen. Neu ist auch die Nulltoleranz bei illegalen Drogen. Auto fahrende Kiffer mit einem Gehalt von 1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut werden wegen schwerer Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln verurteilt. Bei Heroin, Morphin oder Kokain liegt die Grenze bei 15 Mikrogramm pro Liter Blut. Anders als beim Alkohol darf die Polizei aber keine Drogenkontrollen ohne konkreten Verdacht durchführen.
  • Die Zahl der geahndeten Verstösse im Strassenverkehr gegenüber dem letzten Jahr hat zugenommen. Dies zeigt die Statistik der Administrativmassnahmen im Strassenverkehr 2004, die das Bundesamt für Strassen veröffentlicht hat. Gesamtschweizerisch gab es 14,2% mehr Führerausweisentzüge wegen Geschwindigkeitsübertretungen und 13,9% mehr wegen Fahren in angetrunkenem Zustand. Auffallend ist ferner die Zahl der Ausweientzüge im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten und Drogen (+47,8%) und wegen Drogensucht (+27,8%). Medienmitteilung von www.astra.ch
  • In der Schweiz sind ca. 4,6 Milionen Fahrzeuge immatrikuliert. Diese legen zusammen ca. 55 Miliarden Kilometer zurück. Allein 90% dieser gefahrenen Kilometer entfallen auf Personentransporte und nur 10% auf Gütertransporte. Ein schweizer Personenwagen legt pro Jahr durchschnittlich 13 500 Kilometer zurück, ein Lastwagen 38 000 Kilometer und und ein Gesellschaftswagen (Bus) 45 000 Kilometer. Zur Information: Ein Neulenker braucht bis zur routinierten Fahrweise ca. 7 Jahre oder 100 000 Kilometer Fahrpraxis.
  • Trotz stark gestiegenem Fahrzeugbestand in der Schweiz (von 1,6 Milionen Fahrzeugen im Jahre 1970 auf die oben erwähnten 4,6 Milionen Fahrzeuge heute hat sich die Zahl der im Verkehr getöteten Menschen kontinuierlich verringert, nämlich von 1 773 auf 543. Bei gleichgebliebener Todesfallrate wie damals käme man heute rechnerisch auf 5 000 Tote pro Jahr. Zu dieser positiveren Bilanz haben sicher folgende Faktoren beigetragen: -Markant höhere Anzahl von Lichtsignalanlagen an gefährlichen Kreuzungen, -härtere Bestrafung von Verkehrssündnern, - technisch bessere Ausrüstung der Fahrzeuge (ABS etc.), -Einsatz von Airbags, bessere Fahrausbildung von Neulenkern (Verkehrskundekurse, aufwendigere Prüfungsvorbereitungen etc.), -Ausbau von kritischen und gefährlichen Strassenführungen und Verzweigungen (z.B. Neuentdeckung der Verkehrskreisel).
  • Was bei jedem Fahrsicherheitstraining zu den Grundübungen gehört, wird in Deutschland ab dem 1. November bei der Abnahme von praktischen Führerprüfungen zur Pflicht: Die Notbremsung. Im Kanton Zürich wird sie an den Prüfungen seit einiger Zeit sporadisch verlangt. Erwiesenermassen sind Fahrer, welche dieses Bremsmanöver gelernt und eingeübt haben, später eher in der Lage, bei Gefahr richtig zu bremsen und keinen unnötigen Bremsweg zu vergeuden.
  • Wenn Sie in nächster Zeit dem Abkürzel "Barbara" begegnen, geht es um die Thematisierung Tunnelsicherheit. Die Einzelnen Buchstaben von Barbara bedeuten: -Beleuchtung, -Aufmerksamkeit und Abstände, -Rücksicht, -Besondere Situationen, -Alarmierung, -Rettung, - Ausfahrt.
  • Zur Zeit läuft die zweite Auflage der Aktion "Motor an - Licht ein!" der Schweizerischen Beratungstelle für Unfallverhügung (Bfu). Seit Start der Kampagne Angang 2001 stieg die Zahl der tagsüber mit Licht fahrenden Autos von 16 auf 36 Prozent. Aber wichtig: ein gesetzliches Lichtobligatorium gibt es nicht! Es gibt auch viele Zweifler. Bringt im Sommerhalbjahr das "Lichtfahren" wirklich etwas, speziell bei schönem Wetter mit blauem Himmel - oder werden die Verkehrsteilnehmer nicht einfach nur desensibilisiert? Uebrigens: In Italien ist soeben eine neue Verordnung in Kraft getreten, die verlangt, dass alle Motorfahrzeuge auf Autobahnen und Schnellstrassen auch am Tag mit Abblendlicht fahren müssen. Für Motorrad- und Mopellenker gilt diese Vorschrift für alle Strassen.
  • Nachtfahrten sind in der Fahrschule zur Zeit noch nicht obligatorisch, wenngleich einige Kantone den Fahrschülern bereits Nachtstunden vorschreiben (nicht der Kanton Zürich). Ueber dieses Tema wird alle Jahre wieder diskutiert, da die Fahrschüler zwischen den Monaten Mai bis Augutst keine Gelegenheit haben, mit dem Fahrlehrer eine oder mehrere Fahrlektionen bei Dunkelheit zu absolvieren.
  • Gemäss Touring-Club der Schweiz soll das bundesrätliche Fernziel ein Strassenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte sein. Vorläufig soll bis zum Jahre 2020 die Zahl der Verkehrstoten zumindest drastisch gesenkt werden. Für dieses Ziel besteht folgender Entwurf betr. neuen Geschwindigkeitsregeln: Maximalgeschwindigkeit für Motorradfahrer (auch schwere Motorräder) 80 km/h. Für Autofahrer Tempo 70/110 kmh Für das bundesrätliche Endziel müsste dann folglich ab 2020 für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer Tempo 0 km/h gelten?!
  • A Propos Alkohol-Promillegrenze: Auch Italien hat jetzt die Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 gesenkt. Damit sind Luxemburg, Grossbritannien und Irland die einzigen EU-Länder, die noch ein 0,8-Maximum vorschreiben. In den anderen zwölf EU-Staaten gilt ein Limit von 0,5 oder sogar darunter. Der Höchstwert von 0,5 Promille gilt nunmehr in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Oesterreich, Portugal und Spanien. Schweden hat mit 0,2 Promille die strengste Regelung in der EU. In der Schweiz gilt bis auf weiteres eine Promillegrenze von 0,8. Aber nicht mehr lange: Obwohl zuerst auf den 1.1.03 geplante Einführung der neuen Höchstgrenze von 0,5 Promille aus technischen Gründen nicht eingehalten werden konnte, tritt sie nun auf den 1.1.05 in Kraft. Zugleich werden auch die Regeln für den Ausweisentzug verschärft und Wiederholungstäter härter angefasst.
  • In der Stadt zurück werden demnächst die "illegalen" Markierungen in den Tempo-30-Zonen wieder verschwinden. Der Bund hatte vor einiger Zeit verfügt, dass die gesetzlich unkonformen sogenannten "Helikopterlandeplätze" bis zum Jahre 2005 verschwinden müssen. Dafür werden nun sukzessive Markierungen wie die Zahl "30" und weisse "Abbiege"- Leitlinien an Kreuzungen gemalt, welche den Rechtsvortritt verdeutlichen sollten.